Aus dem Gemeindebrief Februar – April 2018

Jahreslosung 2018: Gott spricht:

„Ich will dem  Durstigen geben von

der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21,6)

 

Liebe Gemeindeglieder,

mehrere Wochen des neuen Jahres sind schon vergangen. Hier nun einige Gedanken zur Jahreslosung von Ihrem Gemeindepfarrer:

 

Es war bei einer Bergwanderung an einem heißen Spätsommertag. Stundenlang waren wir unterwegs, die mitgebrachten Wasservorräte waren schon aufgebraucht. Wie sollten wir bei der Wärme ohne Wasser unser Ziel, die Berghütte, erreichen? Da kamen wir an eine Quelle mit frischem, sprudelndem Wasser. Was war das für eine Wohltat, von dem kühlen Nass zu trinken! Die leeren Wasserflaschen füllten wir randvoll, erfrischt und erquickt, mit neuer Kraft machten wir uns auf den weiteren Weg und kamen Stunden später wohlbehalten an der Hütte an.

 

Auf unserer „Lebenswanderung“ brauchen wir auch immer wieder Stationen, wo wir „auftanken“ können, unseren Durst löschen können. Wir alle haben „Durst“: nicht nur den körperlichen Durst nach Wasser und Flüssigkeit, die es zum (Über-)Leben braucht, sondern auch den Durst nach Liebe, nach Anerkennung, nach Sicherheit und Geborgenheit. Den hat Gott in uns hineingelegt, und er will diesen Lebensdurst auch stillen.

 

Darum ist es das Beste, wenn wir uns immer wieder zu Gott, der „Quelle des lebendigen Wassers“ begeben, zu Jesus Christus, der einmal sagte: „Wer Durst hat, der komme zu mir und trinke!“ (Johannes 7,37) In der Beziehung zu ihm wird unser tiefster Lebensdurst gestillt.

Die Herrnhuter Brüdergemeine, eine christliche Gemeinschaft, baute in ihrer Frühzeit in die Mitte ihrer Siedlungen einen Brunnen, als Mittelpunkt eines Wegkreuzes. Jesus Christus, der Gekreuzigte und Auferstandene, als das Wasser des Lebens, steht in der Mitte. Wer sich ihm anvertraut, wer sozusagen täglich zum Brunnen geht und mit Gottes Wort lebt und in der Gemeinschaft der anderen Christen bleibt, der wird auf der Lebenswanderung immer wieder neu erquickt und ermutigt.

 

Das Großartige dabei: Gott gibt „umsonst“. Sein Lebenswasser kostet nichts, genauso wie wir bei der Bergwanderung an der Quelle nichts zahlen mussten. Es ist gratis, ist Geschenk, eine Gabe Gottes. Es ist umsonst; aber nicht „umsonst“ im Sinne von „vergeblich“! Im Gegenteil: Wer von diesem Lebenswasser trinkt, der kommt ans Ziel, für den hat sich der manchmal lange, beschwerliche Lebensweg gelohnt, für den gilt die Zusage Gottes, die im Zusammenhang unserer Jahreslosung steht: „Siehe, ich mache alles neu!“

 

Ich wünsche Ihnen, liebe Gemeindeglieder, in diesem angefangenen neuen Jahr, dass Sie erfahren können, wie Gott auch Ihren Durst nach Leben, nach Sinn und Geborgenheit stillt und Sie durch die vor Ihnen liegende Zeit begleitet.

 

Herzlich grüßt Sie

Ihr Pfarrer Hans Weghorn