Aus dem Gemeindebrief Februar-März 2019

„Suche Frieden und

jage ihm nach.“ 

(Psalm 34,15 – Jahreslosung 2019)Liebe Gemeindeglieder,

dieser Vers begleitet uns schon seit Anfang 2019. Hier einige Gedanken Ihres Pfarrers dazu:

Am Frieden fehlt es in vielen Teilen unserer Erde. Die Nachrichten informieren uns so gut wie täglich über Kriege, bewaffnete Auseinandersetzungen und Terrorismus. Da ist es schon ein großer Grund zur Dankbarkeit, dass in Deutschland seit fast 74 Jahren, seit Ende des zweiten Weltkriegs, Friede herrscht. Keine Generation hat je so in äußerem Frieden gelebt wie die jetzige. Wenn wir uns mit der Jahreslosung sagen lassen: „Suche Frieden und jage ihm nach“, dann dürfen wir uns bewusstmachen: Wir haben ganz viel positive Friedenserfahrungen im Rücken. Mit dieser positiven Energie können wir uns den Situationen zuwenden, wo der Friede fehlt: in der Familie, in der Nachbarschaft, in der Politik. Wer dankbar ist für Frieden, ist von Gott berufen, anderen den Frieden zu bringen.

Das Wort für Frieden in der Bibel heißt „Schalom“. Es umfasst auch das Wohlergehen. Echter Friede hängt mit dem Wohlergehen aller zusammen. Nur wenn es dem Feind gut geht, wird er aufhören, ein Feind zu sein.

Eine kleine Geschichte erzählt von Bruder Simon und dem Nachbarn Faron. Simon ärgerte sich immer, weil Faron ihm die Äpfel vom Baum pflückte. Wenn sie stritten, sagte Faron: Ich brauche für meine Familie auch etwas zu essen. Auf meinem Grundstück werden keine Äpfel reif.

Als Simon eines Tages dem Treiben ein für alle Mal ein Ende machen wollte und zu Faron ging, um ihn vor Gericht zu zerren, da sah er plötzlich, wie von dessen Haus betrachtet die Lage war: Seine, Simons Bäume, standen im Süden und ließen kaum Sonne durch zum tiefer gelegenen Grundstück von Faron. Und Simon packte die Einsicht, dass Faron nichts dafür konnte, dass seine Äpfel nicht reif wurden. Plötzlich wusste er: Er würde mit Faron darüber sprechen, wie sie ihre Bäume so verteilten, dass alle Sonne bekommen würden. Bis das umgesetzt war, würde er ihm freiwillig von seinen Äpfeln abgeben. – Weil Faron das mit glücklichen Augen aufnahm, wurde aus dem Streit Schalom – Wohlergehen – auf beiden Seiten.

Wenn wir Frieden suchen, bietet es sich genauso an, nach dem gemeinsamen Wohlergehen zu fragen. Was braucht der andere, damit er Frieden haben kann?

Die Bibel zeigt uns: Echten Frieden gibt es in der Beziehung zu Gott. Im Epheserbrief heißt es (2,14): „Er (Christus) ist unser Friede.“ Jesus hat durch seinen Tod am Kreuz Frieden geschaffen zwischen Gott und uns Menschen. Wir sind nicht mehr länger „Feinde“ Gottes, wenn wir einwilligen in diesen Frieden, wenn wir Ja sagen zu Jesus Christus und unser Leben mit ihm teilen. Dem Frieden nachzujagen bedeutet für uns vor allem, Jesus Christus nachzujagen! Dann können wir anderen Menschen etwas weitergeben von dem Frieden, den uns zuteil wurde, und mithelfen, dass es in unserer Welt friedlicher und menschlicher zugeht.

Dass Sie, liebe Gemeindeglieder, diesen Frieden erfahren und in friedvollen, versöhnten Beziehungen leben können, wünscht Ihnen

Ihr Pfarrer Hans Weghorn