Aus dem Gemeindebrief Mai – Juli 2017

2016-12-seniorenadvent„Sie blieben aber beständig … in der Gemeinschaft…“

Aus Apostelgeschichte 2,42

Liebe Gemeindeglieder,

 

das wird von den ersten Christen gesagt, die an Pfingsten das Wirken des Heiligen Geistes erlebt hatten. Die christliche Kirche, die Gemeinde Jesu Christi entstand damals. Eines ihrer wesentlichen Merkmale war und ist die Gemeinschaft.

Ein Christ braucht Gemeinschaft mit anderen Christen, um seinen Glauben leben zu können. Zinzendorf, der Begründer der Herrnhuter Brüdergemeine, hat den klassischen Satz geprägt: „Ich statuiere (= feststellen) kein Christentum ohne Gemeinschaft.“ Moderner und etwas salopper gesprochen: „Allein geht man ein.“ Christsein in der Vereinzelung stirbt ab. Wenn eine glimmende Kohle aus dem Feuer genommen wird, erlischt sie. Christentum ist eben nicht „Privatsache“, wie viele meinen, die ihren Glauben nur „im stillen Kämmerlein“ pflegen. Natürlich ist der Glaube zuerst etwas Persönliches, aber wer mit der Gemeinschaft der Christen nichts zu tun haben will, der sägt sich selber den Ast ab, auf dem er sitzt. Im Glaubensbekenntnis sprechen wir es jeden Sonntag aus, dass die „Gemeinschaft der Heiligen (= Glaubenden)“ zum Christsein dazugehört.

„Gemeinschaft der Heiligen, Herr Pfarrer, Gemeinschaft der Heiligen!“ antwortete ein alter, fast tauber Mann, daraufhin angesprochen, warum er denn jeden Sonntag in den Gottesdienst gehe, wo er doch so gut wie nichts von dem Gesprochenen verstehe. Er wusste um den Wert der christlichen Gemeinschaft.

Viele erfahren die Gemeinschaft mit anderen Christen auch in kleinen, überschaubaren Gruppen wie (Haus-)Bibelkreisen, Jugendkreisen, Frauen- und Männerkreisen und in Dienstgruppen. Hier lernt man sich kennen, kann sich aussprechen, füreinander beten, einander ganz praktisch zur Seite stehen; Vertrauen wächst. Oft habe ich schon von Christen, die an einem solchen Kreis teilnehmen, so oder ähnlich gehört: „Das belebt meinen Glauben. Ich möchte nicht mehr auf die Gemeinschaft mit anderen Christen verzichten.“ Solche Gruppen innerhalb einer Gemeinde, die sich auch in die Kirchengemeinde einbringen (Gottesdienste, Mitarbeit u.a.m.), können eine sehr heilsame Wirkung in unserer Zeit der zunehmenden Isolierung haben.

Ich freue mich besonders, dass einem großen Teil unserer heuer frisch konfirmierten Jugendlichen die christliche Gemeinschaft auch nach der Konfirmation so wichtig ist, dass sie einen neuen Jugendkreis beginnen und so miteinander auf dem Glaubensweg unterwegs sind.

Ich wünsche Ihnen, liebe Gemeindeglieder, dass Sie in unserer Kirchengemeinde die Form gelebter christlicher Gemeinschaft finden, die Ihnen auf Ihrem Glaubensweg weiterhilft und in die Sie sich einbringen können.

 

Herzlich grüßt Sie

Ihr Pfarrer Hans Weghorn