Aus dem Gemeindebrief November – Januar 2017

DSC_0140Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu.“

(Offenbarung 21,5)

 Liebe Gemeindeglieder,

diesen Bibelvers hören wir am letzten Sonntag des Kirchenjahrs, am Ewigkeitssonntag, im  Volksmund „Totensonntag“ genannt. An diesem Tag gedenken wir der Verstorbenen des zu Ende gehenden Kirchenjahrs, deren Namen im Gottesdienst verlesen werden. Und wir denken an unsere eigene Vergänglichkeit: dass auch wir einmal sterben müssen; und wir hören neu von der Hoffnung, die wir durch Jesus Christus haben: „Siehe, ich mache alles neu.“

Mit dem Anspruch, alles neu zu machen, sind schon viel angetreten: Weltanschauungen, Ideologien, Weltreiche. Der Kommunismus z.B. behauptete: Wenn wir die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern, dann werden auch die Menschen anders, neu. Die Geschichte hat solche hehren Ziele Lügen gestraft. Statt gesellschaftlicher und persönlicher Erneuerung gab es blutige Gewalt, Massenarmut, Korruption und tausendfache menschliche Tragödien. Im kommunistischen Russland beispielsweise war die Alkoholiker-Rate weltweit mit am höchsten. Und in einer der letzten Bastionen des Kommunismus, in Nordkorea, hungert und verhungert die Bevölkerung, während ein Diktator, der sich von den Massen verehren lässt, in Saus und Braus lebt.

Die Bibel, das realistischste Buch der Welt, sagt: Wir Menschen können aus eigener Kraft diese Welt nicht erneuern. Wir schaffen das nicht einmal bei uns selbst. Wir merken doch immer wieder, wie schwer es ist, anders zu werden. – Wie gut, dass Gott selber verspricht: „Siehe, ich mache alles neu!“ Er hat damit begonnen, als er selber durch seinen Sohn Jesus, dessen Geburt wir bald wieder feiern, in diese Welt kam. Jesus veränderte nicht in erster Linie die Verhältnisse, sondern die Menschen: Kranke wurden gesund, Leute, die Gottes Gebote massiv übertreten hatten, fingen ein neues Leben an, Hoffnungslose bekamen neuen Mut durch die Begegnung mit Jesus. Der Apostel Paulus konnte dann schreiben: „Gehört jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, das ist vergangen, etwas Neues hat begonnen.“ (2. Korinther 5,17)

Solche erneuerte Menschen, die sich auf Jesus eingelassen haben, strahlen Hoffnung aus. Sie wissen: Ich bin nicht vollkommen und fehlerlos, aber Jesus hält mich, und mit ihm gehe ich der neuen Welt Gottes entgegen. Mit vielen anderen zusammen vertraue ich darauf, dass Gott einmal alles neu machen wird.

Der amerikanische Politiker Benjamin Franklin, der in seiner Jugend Buchdrucker war, bestimmte selbst folgende Inschrift für seinen Grabstein: „Hier liegt der Leib Benjamin Franklins, eines Buchdruckers, gleich dem Deckel eines alten Buches, aus dem der Inhalt herausgenommen und der seiner Inschrift und Vergoldung beraubt ist. Doch wird dieses Werk selber nicht verloren sein, sondern wie er glaubt einst erscheinen in einer neuen, schöneren Auflage, durchgesehen und verbessert von dem Verfasser!“

Im Glauben an Jesus, der den Tod überwand und in seiner Auferstehung ein neues Leben hervorgebracht hat, dürfen wir auf eine neue, schönere und verbesserte Auflage unseres Lebens hoffen. Kein Tod und Leid, kein Hunger und Krieg, kein Weh und Geschrei, keine Tränen und Schmerzen werden mehr sein in Gottes neuer Auflage unseres Lebens, in Gottes neuer Welt!

 

Herzlich grüßt Sie

Ihr Pfarrer Hans Weghorn