Aus dem Gemeindebrief November-Januar 2018/19

„Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“
2. Korinther 6,2 (Wochenspruch zur Woche 46)

 

„Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen!“ Diese Lebensweisheit hat sich bei uns schon des Öfteren bestätigt: Der Schüler, der seine Hausaufgaben rechtzeitig gemacht hat, muss nicht früh noch in aller Eile und schlaftrunken im Zug für die Probe büffeln. Der Landwirt, der seine Ernte bei schönem Wetter eingebracht hat, braucht nicht mitzuerleben, wie sie einige Tage später durch ein schlimmes Unwetter fast zerstört wird. Und auch bei wichtigen Lebensentscheidungen ist es so: Manchmal muss man „zugreifen“, und zwar „jetzt“, sofort – sonst ist vielleicht der Ausbildungsplatz von einem anderen in Beschlag genommen.

Ich glaube, in Beziehung auf Gott und auf das, was er uns Menschen anbietet, ist es ähnlich. Er hat nämlich das Beste bereit. Paulus spricht in diesem Vers von „Gnade“ und „Heil“. Damit meint er, dass Gott es mit uns Menschen gut meint. Obwohl wir uns eigentlich nicht um ihn kümmerten, ist er voller „Gnade“ und nimmt uns an. „Gnade“ ist immer etwas Unverdientes. Gott sagt: Du bist mir recht – nicht, weil du so „gut“ bist, sondern weil ein anderer so gut ist, ja sogar die Strafe, die du eigentlich verdient hättest, auf sich genommen hat. Es ist Jesus, der sich für uns hingegeben hat und in den Tod ging.

Bei dem Fest, das wir bald begehen, Weihnachten, feiern wir Gottes Gnade, die in Jesus in diese Welt gekommen ist. Und da sollten wir nicht lange fackeln, sondern „zugreifen“. „Siehe, jetzt“, sagt Paulus. Kinder lassen ihre Weihnachtsgeschenke normalerweise nicht tagelang ungeöffnet herumliegen, sondern reißen sie bei der Bescherung oft sofort auf: „Siehe, jetzt“! So sollen wir es auch machen, wenn Gott uns das beste Geschenk überhaupt anbietet: seine Gnade, sein Heil, neues, unzerstörbares Leben durch Jesus. Es ist schade, wenn Menschen damit lange warten und meinen: „Wenn ich mal alt und grau bin, dann interessiere ich mich vielleicht auch für solche religiösen Dinge, dann habe ich Zeit dazu.“ Viel besser ist es, jetzt „zuzugreifen“ und Gott persönlich mitten im Alltag zu erfahren. Das geschieht, indem man sein Leben bewusst in die Hand Gottes legt und Ja sagt zu Jesus Christus, denn ohne den Glauben an Jesus verpassen wir unsere ewige Zukunft bei Gott.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, liebe Gemeindeglieder, eine „Zeit der Gnade“ und Gottes Segen und Geleit für Weihnachten und das neue Jahr.

Herzlich grüßt Sie

Ihr Pfarrer Hans Weghorn