Predigt am Erntedankfest 3.10.2021

zu Hebräer 13,15-16

„Lasst uns durch Jesus Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit anderen zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“

Liebe Gemeinde,

wir alle, ob alt oder jung, haben durchaus verschiedene Kindheitserfahrun-gen gemacht. Aber eine Erfahrung hat sich bestimmt bei allen immer wiederholt: Wenn ein Kind etwas geschenkt bekommt, sagen ihm seine Eltern, die dabei sind: „Woss sacht mer’ n dou?“ („Was sagt man da?“) Erwartet wird das „Zauberwort“ „Danke!“.

Der Mensch ist auch dazu geschaffen, „Danke“ zu sagen, zu danken für die vielen Güter und Gaben, die er bekommen hat. Heute, am Erntedank-fest, haben wir den Grund zum Danken direkt vor uns: Wir sehen auf die wunderbaren Erntegaben und freuen uns und danken Gott. Und wir wollen dankbar sein für die vielen „ganz normalen“ Dinge des Lebens.

Vor vielen Jahren hat Martin Rinckart ein Lied gedichtet, das in unserem Gesangbuch steht und vielen von uns bekannt ist. Wir werden es heute nach der Predigt singen: EG 321: „Nun danket alle Gott“.

Martin Rinckart schrieb dieses Lied im Jahr 1630 in Eilenburg in Sachsen: Mitten im 30jährigen Krieg sang die Familie dieses Lied nach dem Mittag-essen, das damals mit Sicherheit nicht so üppig ausfiel wie bei uns, ganz im Gegenteil: Man war froh, wenn man überhaupt etwas zu essen hatte. Das Lied ist getragen vom großen Gottvertrauen des Dichters, dass Gott dem schlimmen Krieg ein Ende machen würde. Erst 18 Jahre später sollte sich der Wunsch erfüllen. 1648 wurde das Lied zum großen Dank-Choral für den Friedensschluss.

In der ersten Liedzeile wird ausgesagt, wie wir Gott danken können:

1. mit Herzen 2. Mund 3. und Händen. „Nun danket alle Gott“

1. „mit Herzen“

Dankbarkeit wird im Herzen geboren. Ein dankbares Herz bekommen wir durch den Glauben an Jesus Christus. In unserem Predigttext heißt es: „Durch Jesus“ geschieht das Gotteslob, der Dank gegenüber Gott. Was, besser gesagt, wer ist die größte Gabe Gottes an seine Welt? Ja, die Gesundheit ist schon auch wichtig, ebenso die wunderbaren Gaben heute am Erntedankfest hier in unserer Kirche und viele andere. Aber sie sind vergänglich, werden aufgegessen und leider auch, hoffentlich nicht bei uns, vernichtet, weggekippt…

Aber die Gabe Gottes, Jesus, ist unvergänglich. Er hat das Größte für uns getan: Er hat sich selbst hingegeben am Kreuz, er hat sich selbst geopfert – damit wir ewiges, unvergängliches Leben haben.

Im Text ist die Rede vom „Opfer“, das wir darbringen. Aber hier geht es nicht um Opfer, die Gott gnädig stimmen sollen, wie das in vielen Religio-nen damals und auch heute noch praktiziert wird, nach dem lateinischen Motto: „Do, ut des“: „Ich gebe, opfere, damit du, Gott, gibst“.

Professor Thielicke erzählte: Er lag im Krieg verwundet im Lazarett. Eine Krankenschwester kümmerte sich aufopferungsvoll um ihn. Dafür drückte er ihr gegenüber seinen großen Dank aus. Da sagte die Schwester: „Sie brauchen sich nicht zu bedanken. Jede gute Tat, die ich vollbringe, ist wie eine Stufe auf der Treppe, die mich mehr in den Himmel führt.“ – Da musste Thielicke als Pfarrer ihr erklären, dass das nicht so ist, das wir uns auch mit den besten Taten und dem größten Opfer nicht den Himmel verdienen können, sondern dass alles an Jesus liegt, der durch sein Opfer uns den Weg zu Gott freigemacht hat.

Nein, ich brauche mir die Güte Gottes nicht zu „eropfern“, indem ich Gutes tue, für gute Zwecke spende. Das ist ja alles gut, aber die Motivation, der Beweggrund ist wichtig: nicht, um Gott zu gefallen, sondern aus Dank! Wenn das Neue Testament vom „Opfer“ spricht, das die Christen bringen, dann ist das immer nur eine Antwort auf das, was Gott schon getan hat. Er hat in Jesus das größte Opfer, die größte Gabe gegeben!

Darum reden wir auch am Erntedankfest von Jesus, wir können gar nicht anders, wir müssen von Jesus reden! Er ist die größte Gabe Gottes an uns. Wer sich auf ihn eingelassen hat, wer Vergebung und neues Leben durch Jesus erfahren hat, der dankt Gott „mit Herzen“, von ganzem Herzen.

Und dann: „Nun danket alle Gott“ mit dem

2. „Mund“

Martin Rinckart hat seiner Dankbarkeit durch das Dichten des Dankliedes Ausdruck verliehen. Wenn ein Mensch glücklich ist, dann will er das anderen mitteilen: wenn der Fußballverein gewonnen hat; wenn eine Geburt glücklich verlaufen ist; wenn du Erfolg in der Schule hattest.

Wir werden ermutigt, „Gott das Lobopfer darzubringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“ Es geht hier um das „Lippen-Bekenntnis“, aber im guten Sinn des Wortes. Weil Jesus so Großes getan hat, uns mit Gott versöhnt hat, darum wollen wir dankbar sein, darum loben wir ihn auch mit unseren Lippen, mit unserem Mund.

Die Leute in Eilenburg, wo Martin Rinckart Pfarrer war, werden sich manchmal gewundert haben, wenn sie am Pfarrhaus vorbei kamen und die Pfarrfamilie das Danklied singen hörten. Sie wussten, dass der Pfarrfamilie nicht immer zum Singen zumute war! Aber im Lob Gottes kommt unser Leben zu seiner eigentlichen Bestimmung. Wir loben ihn, wenn wir als Gemeinde versammelt sind, heute mit dem Kirchenchor im Gottesdienst, wir loben ihn im Bibelkreis und anderen Zusammenkünften, wir loben ihn mit alten und neuen Liedern, mit Dank- und Lobgebeten. Es drängt uns danach, Gott zu loben, denn er ist so gut zu uns.

Lob Gottes, „die Frucht der Lippen“, das ist das Bekenntnis zu Jesus: „die seinen Namen bekennen“: den Namen Jesus. Gerade vor denen, die mit Jesus nichts anfangen können; in einer Welt, die das Bekenntnis der Christen zu ihrem Herrn braucht. – Mir fällt auf: Von “Gott“ ist heutzutage durchaus öfter die Rede, aber von Jesus viel seltener. Aber das Wort „Gott“ ist sehr weit auslegbar. Als Christen glauben wir, dass wir Gott nur durch Jesus kennenlernen. Darum wollen wir uns nicht genieren, von Jesus zu reden. Die Menschen sollen und dürfen hören, dass die Hoffnung in Jesus liegt. Auf unaufdringliche, aber klare Weise wollen wir ihnen bezeugen, wer unser Herr ist und was er in unserem Leben Gutes getan hat. Und dann kann, wie unser Text sagt, „Frucht“ entstehen: dass Menschen ebenfalls Hoffnung in Jesus finden und sich ihm anvertrauen.

„Nun danket alle Gott“ mit den

3. „Händen“

„Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“ Von Martin Rinckart wird berichtet, dass er trotz eigener Not anderen half, so gut es ging. – Das Lob Gottes mit den Händen ist das Echtheitszertifikat des Lobes. Nur durch dieses Echtheits-zertifikat wird es wertvoll vor Gott und den Menschen.

Weil Gott so gerne gibt, eine offene Hand hat, darum wollen auch wir gerne geben: denen, die nichts oder nur wenig haben. Und wir sollen und wollen das nicht vergessen.

Da hatte ein Schüler seine Hausaufgabe nicht gemacht. Der Lehrer war ärgerlich: „Was ist denn los, wo ist deine Hausaufgabe?“ – Der Schüler treuherzig: „Ich hab’ s halt vergessen.“ Der Lehrer fragte nochmals nach: „Ja, macht es dir denn gar nichts aus, einfach die Hausaufgabe zu vergessen?“ – Darauf der Schüler, ehrlich: „Nein, ich hab’ s gerne verges-sen.“ (!) – Weil Gott gut ist zu uns, sollten wir unsere „Hausaufgaben“ nicht vergessen und gerne geben und teilen. Nicht aus einem Pflichtgefühl heraus, wie man eben Steuern an den Staat zahlt, sondern aus Dank. Teilen ist: dem anderen Anteil geben an dem, was Gott mir geschenkt hat. Weil Gott barmherzig ist, übe auch ich Barmherzigkeit…

So geben und teilen wir gewiss Geld und materielle Güter für Notleidende, z.B. in der heutigen Kollekte, wir unterstützen Menschen in der „Dritten Welt“ und die Mission. Doch wir nehmen uns auch Zeit, ja, „opfern“ Zeit, indem wir einen Kranken oder Einsamen besuchen und ihm oder ihr menschliche Nähe erweisen und ein gutes Wort von Gott weitergeben. Ja, es kann ein „Opfer“ sein, aber es erfüllt uns selber mit Freude und tut uns gut, wenn wir mit anderen etwas Gutes teilen.

So kann jeder sich zeigen lassen, was seine Aufgabe ist, sein „Opfer“, wie er oder sie sich mitteilt, weitergibt von dem, was wir empfangen haben, und damit den Menschen, aber auch Gott eine Freude machen kann: „denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“

Liebe Gemeinde, am Erntedankfest lassen wir uns neu ermutigen, Gott zu loben und ihm zu danken, wie es im Lied ausgedrückt ist: „mit Herzen, Mund und Händen“.

– mit einem Herzen, das von Jesus erfüllt ist

– mit dem Mund, der Gott lobt und sich zu ihm und zu Jesus bekennt

– und mit den Händen, die Gutes tun und teilen.

Darum: „Lasst uns durch Jesus Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit anderen zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“ Amen.

Lied nach der Predigt: EG 321,1-3: Nun danket alle Gott

Pfarrer Hans Weghorn, Neunkirchen am Sand

Predigt am Erntedankfest 3.10.2021 zu Hebräer 13,15-16

„Lasst uns durch Jesus Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit anderen zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“

Liebe Gemeinde,

wir alle, ob alt oder jung, haben durchaus verschiedene Kindheitserfahrun-gen gemacht. Aber eine Erfahrung hat sich bestimmt bei allen immer wiederholt: Wenn ein Kind etwas geschenkt bekommt, sagen ihm seine Eltern, die dabei sind: „Woss sacht mer’ n dou?“ („Was sagt man da?“) Erwartet wird das „Zauberwort“ „Danke!“.

Der Mensch ist auch dazu geschaffen, „Danke“ zu sagen, zu danken für die vielen Güter und Gaben, die er bekommen hat. Heute, am Erntedank-fest, haben wir den Grund zum Danken direkt vor uns: Wir sehen auf die wunderbaren Erntegaben und freuen uns und danken Gott. Und wir wollen dankbar sein für die vielen „ganz normalen“ Dinge des Lebens.

Vor vielen Jahren hat Martin Rinckart ein Lied gedichtet, das in unserem Gesangbuch steht und vielen von uns bekannt ist. Wir werden es heute nach der Predigt singen: EG 321: „Nun danket alle Gott“.

Martin Rinckart schrieb dieses Lied im Jahr 1630 in Eilenburg in Sachsen: Mitten im 30jährigen Krieg sang die Familie dieses Lied nach dem Mittag-essen, das damals mit Sicherheit nicht so üppig ausfiel wie bei uns, ganz im Gegenteil: Man war froh, wenn man überhaupt etwas zu essen hatte. Das Lied ist getragen vom großen Gottvertrauen des Dichters, dass Gott dem schlimmen Krieg ein Ende machen würde. Erst 18 Jahre später sollte sich der Wunsch erfüllen. 1648 wurde das Lied zum großen Dank-Choral für den Friedensschluss.

In der ersten Liedzeile wird ausgesagt, wie wir Gott danken können:

1. mit Herzen 2. Mund 3. und Händen. „Nun danket alle Gott“

1. „mit Herzen“

Dankbarkeit wird im Herzen geboren. Ein dankbares Herz bekommen wir durch den Glauben an Jesus Christus. In unserem Predigttext heißt es: „Durch Jesus“ geschieht das Gotteslob, der Dank gegenüber Gott. Was, besser gesagt, wer ist die größte Gabe Gottes an seine Welt? Ja, die Gesundheit ist schon auch wichtig, ebenso die wunderbaren Gaben heute am Erntedankfest hier in unserer Kirche und viele andere. Aber sie sind vergänglich, werden aufgegessen und leider auch, hoffentlich nicht bei uns, vernichtet, weggekippt…

Aber die Gabe Gottes, Jesus, ist unvergänglich. Er hat das Größte für uns getan: Er hat sich selbst hingegeben am Kreuz, er hat sich selbst geopfert – damit wir ewiges, unvergängliches Leben haben.

Im Text ist die Rede vom „Opfer“, das wir darbringen. Aber hier geht es nicht um Opfer, die Gott gnädig stimmen sollen, wie das in vielen Religio-nen damals und auch heute noch praktiziert wird, nach dem lateinischen Motto: „Do, ut des“: „Ich gebe, opfere, damit du, Gott, gibst“.

Professor Thielicke erzählte: Er lag im Krieg verwundet im Lazarett. Eine Krankenschwester kümmerte sich aufopferungsvoll um ihn. Dafür drückte er ihr gegenüber seinen großen Dank aus. Da sagte die Schwester: „Sie brauchen sich nicht zu bedanken. Jede gute Tat, die ich vollbringe, ist wie eine Stufe auf der Treppe, die mich mehr in den Himmel führt.“ – Da musste Thielicke als Pfarrer ihr erklären, dass das nicht so ist, das wir uns auch mit den besten Taten und dem größten Opfer nicht den Himmel verdienen können, sondern dass alles an Jesus liegt, der durch sein Opfer uns den Weg zu Gott freigemacht hat.

Nein, ich brauche mir die Güte Gottes nicht zu „eropfern“, indem ich Gutes tue, für gute Zwecke spende. Das ist ja alles gut, aber die Motivation, der Beweggrund ist wichtig: nicht, um Gott zu gefallen, sondern aus Dank! Wenn das Neue Testament vom „Opfer“ spricht, das die Christen bringen, dann ist das immer nur eine Antwort auf das, was Gott schon getan hat. Er hat in Jesus das größte Opfer, die größte Gabe gegeben!

Darum reden wir auch am Erntedankfest von Jesus, wir können gar nicht anders, wir müssen von Jesus reden! Er ist die größte Gabe Gottes an uns. Wer sich auf ihn eingelassen hat, wer Vergebung und neues Leben durch Jesus erfahren hat, der dankt Gott „mit Herzen“, von ganzem Herzen.

Und dann: „Nun danket alle Gott“ mit dem

2. „Mund“

Martin Rinckart hat seiner Dankbarkeit durch das Dichten des Dankliedes Ausdruck verliehen. Wenn ein Mensch glücklich ist, dann will er das anderen mitteilen: wenn der Fußballverein gewonnen hat; wenn eine Geburt glücklich verlaufen ist; wenn du Erfolg in der Schule hattest.

Wir werden ermutigt, „Gott das Lobopfer darzubringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“ Es geht hier um das „Lippen-Bekenntnis“, aber im guten Sinn des Wortes. Weil Jesus so Großes getan hat, uns mit Gott versöhnt hat, darum wollen wir dankbar sein, darum loben wir ihn auch mit unseren Lippen, mit unserem Mund.

Die Leute in Eilenburg, wo Martin Rinckart Pfarrer war, werden sich manchmal gewundert haben, wenn sie am Pfarrhaus vorbei kamen und die Pfarrfamilie das Danklied singen hörten. Sie wussten, dass der Pfarrfamilie nicht immer zum Singen zumute war! Aber im Lob Gottes kommt unser Leben zu seiner eigentlichen Bestimmung. Wir loben ihn, wenn wir als Gemeinde versammelt sind, heute mit dem Kirchenchor im Gottesdienst, wir loben ihn im Bibelkreis und anderen Zusammenkünften, wir loben ihn mit alten und neuen Liedern, mit Dank- und Lobgebeten. Es drängt uns danach, Gott zu loben, denn er ist so gut zu uns.

Lob Gottes, „die Frucht der Lippen“, das ist das Bekenntnis zu Jesus: „die seinen Namen bekennen“: den Namen Jesus. Gerade vor denen, die mit Jesus nichts anfangen können; in einer Welt, die das Bekenntnis der Christen zu ihrem Herrn braucht. – Mir fällt auf: Von “Gott“ ist heutzutage durchaus öfter die Rede, aber von Jesus viel seltener. Aber das Wort „Gott“ ist sehr weit auslegbar. Als Christen glauben wir, dass wir Gott nur durch Jesus kennenlernen. Darum wollen wir uns nicht genieren, von Jesus zu reden. Die Menschen sollen und dürfen hören, dass die Hoffnung in Jesus liegt. Auf unaufdringliche, aber klare Weise wollen wir ihnen bezeugen, wer unser Herr ist und was er in unserem Leben Gutes getan hat. Und dann kann, wie unser Text sagt, „Frucht“ entstehen: dass Menschen ebenfalls Hoffnung in Jesus finden und sich ihm anvertrauen.

„Nun danket alle Gott“ mit den

3. „Händen“

„Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen, denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“ Von Martin Rinckart wird berichtet, dass er trotz eigener Not anderen half, so gut es ging. – Das Lob Gottes mit den Händen ist das Echtheitszertifikat des Lobes. Nur durch dieses Echtheits-zertifikat wird es wertvoll vor Gott und den Menschen.

Weil Gott so gerne gibt, eine offene Hand hat, darum wollen auch wir gerne geben: denen, die nichts oder nur wenig haben. Und wir sollen und wollen das nicht vergessen.

Da hatte ein Schüler seine Hausaufgabe nicht gemacht. Der Lehrer war ärgerlich: „Was ist denn los, wo ist deine Hausaufgabe?“ – Der Schüler treuherzig: „Ich hab’ s halt vergessen.“ Der Lehrer fragte nochmals nach: „Ja, macht es dir denn gar nichts aus, einfach die Hausaufgabe zu vergessen?“ – Darauf der Schüler, ehrlich: „Nein, ich hab’ s gerne verges-sen.“ (!) – Weil Gott gut ist zu uns, sollten wir unsere „Hausaufgaben“ nicht vergessen und gerne geben und teilen. Nicht aus einem Pflichtgefühl heraus, wie man eben Steuern an den Staat zahlt, sondern aus Dank. Teilen ist: dem anderen Anteil geben an dem, was Gott mir geschenkt hat. Weil Gott barmherzig ist, übe auch ich Barmherzigkeit…

So geben und teilen wir gewiss Geld und materielle Güter für Notleidende, z.B. in der heutigen Kollekte, wir unterstützen Menschen in der „Dritten Welt“ und die Mission. Doch wir nehmen uns auch Zeit, ja, „opfern“ Zeit, indem wir einen Kranken oder Einsamen besuchen und ihm oder ihr menschliche Nähe erweisen und ein gutes Wort von Gott weitergeben. Ja, es kann ein „Opfer“ sein, aber es erfüllt uns selber mit Freude und tut uns gut, wenn wir mit anderen etwas Gutes teilen.

So kann jeder sich zeigen lassen, was seine Aufgabe ist, sein „Opfer“, wie er oder sie sich mitteilt, weitergibt von dem, was wir empfangen haben, und damit den Menschen, aber auch Gott eine Freude machen kann: „denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“

Liebe Gemeinde, am Erntedankfest lassen wir uns neu ermutigen, Gott zu loben und ihm zu danken, wie es im Lied ausgedrückt ist: „mit Herzen, Mund und Händen“.

– mit einem Herzen, das von Jesus erfüllt ist

– mit dem Mund, der Gott lobt und sich zu ihm und zu Jesus bekennt

– und mit den Händen, die Gutes tun und teilen.

Darum: „Lasst uns durch Jesus Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Gutes zu tun und mit anderen zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“ Amen.

Lied nach der Predigt: EG 321,1-3: Nun danket alle Gott

Pfarrer Hans Weghorn, Neunkirchen am Sand